Dany Keller Galerie

 

Thomas Lehnerer

 
Text

 

Die Kraft, die von meinen Figuren ausgeht, ist keine magische, sondern eine aesthetische Kraft. Die Art und Weise, wie es zu dieser Kraft kommt, kann man an jeder Stelle deutlich sehen. Die Figuren leben ohne Gott und ohne Magie, aber sehr wohl mit dem Wunder, dass sie fuer sich selbst Lebendigkeit ausdruecken. In dieser Lebendigkeit liegt etwas, das man magisch nennen koennte, aber eben ohne Jenseits. Es ist eine ganz saekulare Magie. Die Magie liegt nicht jenseits der Figuren, sondern ganz und gar in ihnen.
(Thomas Lehnerer)

Thomas Lehnerers oft nur handgroße Figuren stehen in ursaechlichem Zusammenhang mit den elementaren Fragen menschlicher Existenz; sie bringen traditionelle plastische Gestaltungsweisen mit konzeptuellen Momenten zusammen.
Der Mensch im ihn umgebenden Raum, Interaktionen, das, was ihn in seinem Wesen praegt, fliessen beim Entstehen in die Figuren ein und bestimmen sie in ihrem Ausdruck.
Sie verweisen auf das, was in einem kulturellen Gefuege bereits vorhanden ist: "Laesst man sich als Betrachter auf diese Vorgaben ein, wird man mit seinen Sinnen und dem zugleich aktivierten Verstand zum Vollender eines offenen Kunstwerks". (Peter Friese)
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Thomas Lehnerer hat sowohl durch seine kuenstlerischen wie auch kunsttheoretische Ausbildung und Beschaeftigung innerhalb der zeitgenoessischen Kunst einen besonderen Status. Hatte seine Arbeit Ende der 70er und in den 80er Jahren noch eine deutlichere Orientierung im Bereich der kuenstlerischen Installation zu Themenkomplexen wie menschliches Glueck, Religion etc. bestimmt - der Arbeit von J. Beuys gedanklich verwandt - wurde ab Ende der 80er Jahre Fragen des Kunstbegriffes, die auf ihr Wesen reduzierte Einzelfigur wichtig. Vor diesem Hintergrund entstehen seine charakteristischen Zeichnungen und Plastiken, an denen er bis zu seinem Tod 1995 arbeitet.

Die Figuren setzen etwas frei, was sich ausserhalb des faktisch Vorhandenen bewegt, Erinnerungen und Assoziationen beim Betrachter erweckt. Lehnerer geht davon aus, dass "das elementare nicht in abstrakten Formen oder reinen Farben bestehen kann, sondern vor allem im Bereich des Menschlichen gesucht werden muss, in Physiognomie, Haltung und Ausdruck".

 

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