Dany Keller Galerie

 

Frédéric Bruly Bouabré

Text Zeichnungen Biografie


Geboren wurde Bouabré 1921 in Zéprégueuhé, Bété Elfenbeinkueste wo er lebte. Im Januar 2014 starb er dort.

Bekannt wurde Bouabré als Autor von zahlreichen Gedichten, als Erzaehler und als graphischer Kuenstler. Er beschaeftigt sich vor allem mit den Themen Sprache und Identitaet. Bouabré, der sich selbst den Namen Sheik Nadro (einer, der nicht vergisst) gab, begann seine Beschaeftigung mit Texten und Bildern mit dem ausdruecklichen Bestreben, die Erinnerung an die Identitaet der Sprachkultur der Bété wachzuhalten und zu rekonstruieren. Seit den vierziger Jahren formuliert Frédéric Bruly Bouabré an seiner Vorstellung von der Welt als einem grossen, in allen Bereichen miteinander verbundenen Text.

In den fuenfziger Jahren erkannte Bruly Bouabré, dass zur afrikanischen Selbsterkenntnis eine eigene Schrift gehoert, die sich von den Sprache der Kolonialmaechte unterscheidet, und er entwickelte in der Folge eine grafische Schreibweise des Alphabets seiner Muttersprache Bété, die in immer wieder neuen grafischen Serien erklaert und differenziert wird (Alphabet Bété).

Frédéric Bruly Bouabrés Bilderserien, die auch auf der Documenta 11 zu sehen waren und zur gleichen Zeit in der Dany Keller Galerie, bestehen aus unzaehligen einfachen Zeichnungen, die mit Kugelschreiber, Filzstift, Tinte und Bleistift auf kleinen Kartons ausgefuehrt sind. Diese Serien belegen seine Lektuere der Welt als Text, die Entschluesselung und Niederschrift in immer groesseren, umfassenderen Zyklen, Serien und Themenbereichen.

Mit Hingabe zeichnete er Tagesgeschehnisse, den Alltag und Geschichten, die in der Kultur, Religion und im Leben seines Landes verankert sind. Die Erzaehlstrukturen werden mit einem "Text-Rahmen" ergaenzt, der klare, banale oder auch phantasievolle Geschichten - oft in Aneinanderreihung - wiedergibt oder andeutet und den Assoziationen freien Lauf laesst.


 

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